Flüsse als Lebens-,
Kultur- und Wissensräume
Hafentreppe
wird zur Bühne

Am 9. Juli 2026 lud die Werkstatt transSCAPE zum Veranstaltungsformat „Riverscapes“ an den Magdeburger Wissenschaftshafen ein. Rund 50 Gäste aus Wissenschaft, Stadtgesellschaft und Universität kamen an den Hafentreppen zusammen, um Flüsse als Natur-, Kultur- und Lebensräume aus unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken.
Den Auftakt gestalteten Tiziana Maglia und Dr. Nora Pleßke, bevor ein Ensemble des Magdeburger Kammerorchesters des Konservatoriums Georg Philipp Telemann den Abend musikalisch eröffnete. Anschließend nahm der Schriftsteller Dr. Karsten Steinmetz das Publikum mit auf eine literarische Reise entlang von Flüssen und zeigte, wie eng Landschaft, Erinnerung und persönliche Erfahrungen miteinander verbunden sind.
Im Mittelpunkt des Abends standen die Beiträge von Studierenden verschiedener Fachrichtungen. Masterstudierende der Anglistik, Geographie, Bildungswissenschaften und Medienbildung präsentierten ihre Arbeiten und eröffneten neue Perspektiven auf Flusslandschaften als kulturelle, historische und gesellschaftliche Räume. Ergänzt wurden die Beiträge durch zwei Kurzfilme aus dem Seminar „Mobile Reporting“, die die Bedeutung der Elbe für die Entwicklung Magdeburgs beleuchteten.
Besonders im Fokus stand die aktive Beteiligung der Besucher:innen. Ein interaktives Elbe-Quiz sowie ein Planspiel zur nachhaltigen Stadtentwicklung entlang von Flüssen luden dazu ein, gemeinsam Zukunftsszenarien zu entwickeln und planerische Entscheidungen über verschiedene Zeitepochen hinweg nachzuvollziehen.
Weitere Impulse lieferten studentische Präsentationen zu internationalen Flusslandschaften sowie eine literarische Auseinandersetzung mit Claudio Magris' Werk Danubio, die den Blick auf Flüsse als kulturelle Erinnerungsräume lenkte.
Während der Pause bot ein Aquarell-Workshop mit der Fotografin Caroline Hake Gelegenheit zum kreativen Austausch und zur Begegnung.
Auch der Wissenschaftshafen selbst wurde zum Bestandteil der Veranstaltung. Die Hafentreppen und die Denkhütte dienten als offener Veranstaltungsraum und machten den Hafen unmittelbar als Ort des Austauschs und der Wissensvermittlung erlebbar. Vor dem Hintergrund des aktuell niedrigen Wasserstands der Elbe wurde zugleich deutlich, wie eng ökologische Veränderungen mit Fragen der Stadtentwicklung und des gesellschaftlichen Zusammenlebens verbunden sind.
Riverscapes zeigte, wie Wissenschaftskommunikation im öffentlichen Raum gelingen kann: durch die Verbindung von Forschung, Kultur und aktiver Beteiligung. Gemeinsam mit Studierenden, Wissenschaftler:innen und Bürger:innen entstand ein Abend, der neue Perspektiven auf urbane Flussräume eröffnete und den Wissenschaftshafen einmal mehr als offenen Ort des Dialogs und der gemeinsamen Zukunftsgestaltung erlebbar machte.
Fotos: Caroline Hake