Film & Talk
"Medicine and Film" führt die im Sommersemester 2025 begonnene Diskussion der Ringvorlesung "Medical Humanities" über das Zusammenwirken von Medizin und Humanwissenschaften fort. Im Wintersemester 2025/26 liegt der Fokus auf der Repräsentation von Medizin im Film von 1960 bis heute.
Der menschliche Körper wird zum Programm: Beginnend mit der Darstellung von Pflege(berufen) widmet sich das Format einer kritischen Durchdringung der Themen Leib, Haut, Zellen, Verstand und Tiefenpsyche. Das FILM & TALK-Format rahmt die Filmvorführung mit einem wissenschaftlichen Gastvortrag sowie einer von Studierenden der FHW geleiteten offenen Diskussionsrunde.
18.12.2025
15 Uhr Talk und 16 Uhr Film
Treffpunkt Kulturzentrum Moritzhof
Der Fall Contagion: Wie Filme Zukunftswissen generieren
Dr. Denis Newiak
(Brandenburgisch Technische Universität Cottbus-Senftenberg)
FILM
Contagion.
OmU. Directed by Steven Soderbergh. 2011.
Als Steven Soderbergh 2011 den Film Contagion drehte, galt die Geschichte eines sich rasant ausbreitenden gefährlichen Virus als dramatische Dystopie. Zehn Jahre später fand sich die Welt in Szenen wieder, die erschreckend genau an solche Pandemie-Filme erinnerten: Quarantäne, Grenzschließungen, Maskenpflicht und Verschwörungstheorien waren bereits lange vor der Corona-Krise von der Science Fiction vorweggenommen. Contagion wurde schnell zum Symbol dafür, dass das Kino häufig Katastrophen vorausahnt, bevor sie real eintreten.
Filme wie Contagion funktionieren wie „kulturelle Frühwarnsysteme“: Sie machen sichtbar, wie Gemeinschaften auf Bedrohungen reagieren, wie in Krisensituationen Vertrauen zerbricht – und welche Werte auch im Ausnahmezustand Bestand haben. Pandemie-Filme sind dabei weit mehr als bloße Weltuntergangs-Unterhaltung: Sie sind Laboratorien des Sozialen, in denen die Zerbrechlichkeit des modernen Lebens vorgeführt wird – und zugleich sichtbar wird, wie stark die Sehnsucht nach gesellschaftlichem Zusammenhalt bleibt. Dies lässt sich auch für viele andere Krisen und Katastrophen zeigen, die sich erst seit Kurzem in unsere Lebensrealität einschleichen – und zugleich schon immer zum Standardrepertoire des Kinos gehörten.
Ausgehend von seinem Buch Alles schon mal dagewesen. Was wir aus Pandemie-Filmen für die Corona-Krise lernen können (2020) präsentiert Denis Newiak am Beispiel von Contagion, welche erstaunlich präzisen „Vorhersagen“ Pandemie-Filme getroffen haben, wie sich diese vorausschauend nutzen lassen und wie wir uns auf die nächste Pandemie mit Hilfe des Kinos diesmal besser vorbereiten können.
Dr. Denis Newiak ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Angewandte Medienwissenschaften an der Brandenburgisches Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem in Science-Ficition-Filmen und -Serien enthaltenen Zukunftswissen, den gemeinschaftsstiftenden Funktionen von Fernsehserien und Ausdrucksformen moderner Einsamkeit in Film und Fernsehen.
Ein Kooperationsprojekt von
Kulturzentrum Moritzhof Magdeburg
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Weitere
Termine
08.01.2026
TALK
Visualizing Mental and Emotional Complexity: Inside Out (2015)
Prof. Dr. Katrin Röder (Technische Universität Dortmund)
FILM
Inside Out.
Directed by Pete Docter & Ronaldo del Carmen. 2015.
22.01.2026
TALK
“Schautrieb”. Psychoanalytic Gazes at/in Michael Powell’s Peeping Tom (1960)
Theresa Stampfer (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)
FILM
Peeping Tom.
OmU. Directed by Michael Powell. 1960.
